Starkregen und Hochwasser, Kälte und Hunger in Deutschland von der Spätantiken Kleinen Eiszeit bis zum Jahr ohne Sommer 1816

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23. November 2020, 18:00 - 19:00 Uhr
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Landesverband der VHS in SH

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Prof. Dr. Hans-Rudolf Bork

Referent, Institut für Ökosystemforschung

Termine

  • 23. November 2020, 18:00 - 19:00 Uhr

Beschreibung

Ab Oktober 536 bringen die Aschen und Aerosole mehrerer Vulkanausbrüche über für 130 Jahre Kälte und hohe Niederschläge. Dramatische Ernteausfälle, Massensterben und Migration sind die Folge dieser „Spätantiken Kleinen Eiszeit“; Wälder erobern Mitteluropa zurück. Nach einer klimatischen Gunstphase bricht im 14. Jh. ein neues Drama herein. Auf die Dante-Anomalie von 1309 bis 1321 folgen vom 19. bis zum 25. Juli 1342 die Magdalenenflut und von 1347 bis 1351 der Schwarze Tod. Die Flut lässt 1342 fruchtbare Böden verschwinden; die Pest kostet viele Menschenleben. Massive Wiederbewaldungen und veränderte Ernährungsgewohnheiten resultieren. Der Vortragende erläutert für diese und weitere Schlüsselereignisse, die die Flucht Ludwig van Beethovens am 27. Februar 1784 vor einem Winterhochwasser und die Erfindung des Fahrrades nach dem „Jahr ohne Sommer“ 1816 einschließen, welche gewaltigen Auswirkungen extreme Witterung auf die Menschen und ihre Umwelt in der Vergangenheit hatte.

Bild::

Die Megaflut im Juli 1342 hat in Deutschland zahlreiche tiefe Schluchten eingerissen. Die Graphik zeigt ein Profil bei Rüdershausen östlich Göttingen. Quelle: Bork (2020): Umweltgeschichte Deutschlands (©Springer). 1: Löß, 2: nacheiszeitlicher Boden, 3: spätmittelalterliche Schluchtfüllung