Shutdown EU #4 - Die berührungslose Gesellschaft – mit Hartmut Rosa, Elisabeth von Thadden & Ulrike Guérot

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Hartmut Rosa

Soziologe und Begründer der Resonanztheorie

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Elisabeth von Thadden

Elisabeth von Thadden ist bei der ZEIT verantwortlich für die philosophischen Seiten „Sinn und Verstand“. Sie ist seit 2012 Permanent Fellow am Kolleg „Postwachstumsgesellschaften“ an der Universität Jena.

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Ulrike Guérot

Politikwisenschaftlerin und Gründerin des European Democracy Labs

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Michael Bloss

Moderator und klimapolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament

Wie kann eine Gesellschaft solidarisch sein, die auf Abstand voneinander geht?

Das Virus – Covid 19 – ist unverfügbar. So der deutsche Soziologe Hartmut Rosa. Aber offensichtlich haben wir in postmodernen Gesellschaften verlernt, die Dinge – genauer: die Entscheidung über Leben und Tod - nicht mehr beherrschen zu können? Zum ersten Mal stellt die Weltgesellschaft Lebensschutz und Lebensrettung über wirtschaftliche Erwähnungen, ja, ‚ suspendiert‘ ganze politische Systeme, darunter demokratische Grundfeste und Europa, um der Lebensrettung willen. Stellen wir damit aber nicht Überleben über Leben, oder Leben um jeden Preis über die Menschenwürde? Warum hat sich die globale Weltgesellschaft dieses Mal für einen Shutdown entschieden, obgleich – Syrien, Sudan, Ebola – ständig in allen Teilen der Welt in viel größerer Zahl gestorben wird? Warum hören wir auf Virologen, während die Klimatologen jahrelang überhört wurden?

Diese und andere Fragen wollen wir mit dem Begründer der Resonanztheorie, Harmut Rosa, vom Wissenschaftskolleg „Postwachstumsgesellschaft“ in Jena erörtern.

Aber nicht nur das: Covid-19 führt in die „berührungslose Gesellschaft“. Keine Berührungen mehr, kein Handschlag, kein Kuss. Zwei Meter Abstand. Der Nächste als Virenschleuder. Elisabeth von Thadden, Journalistin bei der ZEIT und Mitarbeiterin am Wissenschaftskolleg in Jena hat dazu schon vor Jahren ein Buch geschrieben: Die berührungslose Gesellschaft. Darin arbeitet sie heraus, wie wir uns schon seit Jahrzehnten als Menschen voneinander entfernen, ja, wie menschliche Nähe inzwischen negativ konnotiert wird. Wird Covid-19 diesen Trend drastisch verstärken? Kann eine atomisierte Gesellschaft überhaupt solidarisch sein, wie derzeit behauptet wird? Wie kommen wir als Menschheit, als Anthropozän, aus Covid-19 heraus? Atomisiert, digital, im Grunde ‚entmenschlicht‘.

Als Begleitlektüre empfehlen wir:

Hartmut Rosa - Unverfügbarkeit
https://www.deutschlandfunkkultur.de/hartmut-rosa-unverfuegbarkeit-kritischer-blick-auf-unsere.1270.de.html?dram:article_id=439171

Elisabeth von Thadden - Die berührungslose Gesellschaft
https://www.chbeck.de/beruehrungslose-gesellschaft/product/24603108

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