Hans Mayer: Repräsentant und Außenseiter – ein deutsch-jüdischer Schriftsteller aus Köln

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Hanjo Kesting

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Heinrich Bleicher

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Literatur-in-Köln-Archiv (LiK)

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Stadtbibliothek Köln

Hans Mayer: Repräsentant und Außenseiter – ein deutsch-jüdischer Schriftsteller aus Köln

Hanjo Kesting im Gespräch mit Heinrich Bleicher

Köln, Paris, Leipzig, Tübingen mit Zwischenstationen in der Schweiz in Hannover und Berlin –Lebensstationen eines außergewöhnlichen Menschen.

Der Wissenschaftler, Kulturkritiker und Schriftsteller wurde 1907 in Köln geboren. Er stammte aus einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie. Sein Vater war ein auch künstlerisch sehr interessierter Geschäftsmann und überzeugter Sozialdemokrat, zwei wichtige Aspekte, die für Mayers weitere Entwicklung prägend waren. In Köln, Bonn und Berlin studierte Mayer Rechts- und Staatswissenschaft, Geschichte und Musik und wurde 1930 an der Universität zu Köln promoviert. Als Jude, Marxist und Homosexueller war Mayer in dreifacher Hinsicht von den Repressalien und Verfolgungen durch die Nationalsozialisten bedroht. Nach der NS-Machtübernahme im Juli 1933 wurde er aus dem Staatsdienst entlassen und emigrierte nach Frankreich und in die Schweiz. In Genf entstand jene literaturhistorisch bedeutsame Schrift über »Georg Büchner und seine Zeit«, die seinen weiteren beruflichen Werdegang maßgeblich verändern sollte: Sie brachte ihm schließlich 1948 den Ruf auf einen Lehrstuhl für Deutsche Literaturgeschichte an der Universität Leipzig ein.

Nach 1945 kehrte er wieder nach Deutschland zurück. Mayer, der »Deutsche auf Widerruf«, fand in der Sowjetischen Besatzungszone einen neuen Wirkungsort. 1948 wurde er Ordinarius für Kultursoziologie und Literaturgeschichte an der Universität Leipzig. Gleichzeitig war er Direktor des Instituts für deutsche Literaturgeschichte. Mayer wurde zum einflussreichen Kritiker der neueren deutschen Literatur. In der DDR geriet der »Kommunist ohne Parteibuch«, wie er sich damals definierte, in das Spannungsverhältnis zwischen real-sozialistischer Utopie und Wirklichkeit. 1963 kehrte Mayer nach einem Verlagsbesuch in Tübingen nicht mehr in die DDR zurück.

Hanjo Kesting leitete mehr als dreißig Jahre die Redaktion »Kulturelles Wort« im NDR-Hörfunk. Seit 2006 arbeitet er als Redakteur der Zeitschrift »Neue Gesellschaft/ Frankfurter Hefte«. 2005 erhielt er den Kurt-Morawietz-Literaturpreis der Stadt Hannover und 2007 die Ehrenpromotion der Universität Hamburg. Er hat zahlreiche Gespräche mit Hans Mayer geführt, sowie Aufsätze über ihn veröffentlicht.

Heinrich Bleicher ist Vorsitzender der Kölner Hans-Mayer-Gesellschaft, die das Andenken des Autors pflegt und auch im internationalen Rahmen das Studium seines Werkes und literatur-politischen Wirkens fördert; Bleicher war langjähriger Geschäftsführer des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Eine Veranstaltung des Literatur-in-Köln-Archiv (LiK)

Kooperationspartner: Hans-Mayer-Gesellschaft, Köln

Das Projekt wurde gefördert im Rahmen von »Neustart Kultur« der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e. V.

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